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Cienfuegos-Bucht Arimao-Casilda

08.04. – 12.04.2013

Mein Capitano meint, dass wir noch heute ausfahren werden. Na, dann ankern wir eben woanders und es ist sowieso an der Zeit, dass wir einen neuen Standort suchen und weiterziehen. Die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren, ausklarieren, Wasser bunkern, Bier einkaufen etc. etc. Ich brauche in der Kombüse um einiges länger mit der Arbeit, da ich keinen guten Geist mehr habe. Schetti geht uns sehr ab, nicht nur in der Kombüse, es fehlt einfach etwas. Aber wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass sie nicht mehr anwesend ist. Leider müssen wir bis Mittag auf die Abfertigung warten, da ein Monster von einem Katamaran bei der Tankstelle anlegte und uns außerdem den Weg zum Ausfahren versperrt.  Da sich bis 13:00 Uhr noch nichts an dieser Situation geändert hat und auch der Hafenmeister erst in einer Stunde wieder im Dienst ist, wollen wir uns noch einmal die Shrimps im Marina-Restaurant  am Gaumen zergehen lassen. Vorher kam Claudia noch um ein paar Fischrezepte, dafür bekamen wir noch einige Tipps für unseren Weg nach Santiago. Um 14:30 Uhr waren wir zurück vom Essen, unser Bauch war aber nicht gefüllt mit Shrimps (leider aus) sondern mit einem Hühnerschenkel. Die Papiere waren inzwischen auch fertig, jetzt musste nur noch der Katamaran etwas verlegt werden, was sie dann auch taten. Ohne Probleme und mit Hilfe unseres deutschen Nachbarn konnten wir um 15:30 Uhr ablegen. Wir fuhren langsam durch das Flachwasser der Bahia,  jedenfalls bis wir die erste Tonne erreicht hatten. Einige Fischer waren mit ihren kleinen Booten in der Nähe der Insel Cayo Carenas. Ab dieser kleinen Insel wurden wir von einem vollbesetzten Boot der Guardia Frontera begleitet. Wir wussten gar nicht, dass wir zu den “Very Important Persons” gehörten.  Kurz vor dem Castillo de Jagua bei der letzten Biegung nach draußen drehten sie wieder ab, denn ab diesem Zeitpunkt wurden wir von einem anderen Beobachtungsposten überwacht.  Wir passierten den Leuchtturm von Cienfuegos und segelten in die südöstliche Richtung nach Ensenada Arimao. Im 4m tiefen schönen Wasser ließen wir  den Anker in die Tiefe und genießen die herrliche Ruhe um uns. Nur ein Haus war zu sehen. Nackt sprangen wir in das erfrischende Nass, ein  Traum. Buchteln ist einfach etwas besonderes. Bei Sonnenuntergang beobachteten wir einige kleine Fischerboote, die ihre Netze auswarfen und einen Mann, der eine Rinderherde zur Süßwasserflusstränke führte. Nun ist Sundownerzeit, Kurt machte einen erfrischenden Mojito, der heute besonders lecker schmeckt.

Am nächsten Morgen fuhren wir früh los und es war direkt eine Freude wie sauber der Anker aus dem kristallklarem Wasser kam. Ich musste mir nicht einmal die Hände waschen. Das passiert ehrlich selten. Schade, dass wir weiter mussten, hier könnte man es ein paar Tage aushalten. Ankern ist tausendmal schöner als in einer Marina zu liegen, wo vieles einfacher und bequemer ist, aber frei zu sein ist eine andere Welt. Der gute Wind ließ uns gleich die Segeln setzen, aber es ging nur etwa 3 Stunden gut voran – hart am Wind – aber immerhin. Dann blies er uns wieder voll auf die Schnauze, was nicht mehr lustig war. Es blieb uns nichts anderes übrig als  aufzukreuzen und zwar 4 x. Eigentlich wollten wir heute bis Cayo Blanco segeln und da wir da kein gutes Licht mehr für die Riffeinfahrt haben, hat sich mein Kapitän kurzerhand entschlossen in der näher liegenden Bucht Casilda zu ankern. Es wurde noch einmal kurz aufgekreuzt und schon bald fuhren wir in die Fahrwasser-Rinne, die mit Bojen gut gekennzeichnet ist, ein.  Der Ankerplatz war nach allen Seiten sehr offen und da es morgen wieder heftiger weht und sich hinter uns der durch Mangroven geschützte Ankerplatz der Trinidad – Marina nicht gleichgültig war, nahmen wir Anker auf und fuhren weiter durch die FWR bis nach Casilda. Der weitere Weg war nicht mehr so gut gekennzeichnet. Kurz vor der Einfahrtsboje in den Mangrovenschlund gab es zwar Flachwasseralarm, aber Kurt meinte, dass es hier nur weichen Grund gibt. Später sagte er mir, dass er nur mehr 1,60 m angezeigt bekam, also haben wir doch eine Spur in den Schlamm gezogen. Hätte ich das früher gewusst, ich hätte mich sicher angemacht. Zwischendurch meldete ich mich via Funk bei der Marina, die überraschenderweise sofort Antwort gab. Wir wurden angewiesen in die Marina zu kommen, da ergatterten wir den letzten freien Platz, wo uns 2 Männer von der Marina beim Anlegen halfen. Ankern kam heute sicher nicht mehr in Frage.

Wir verbrachten hier 2  Tage, der Hafenmeister hieß uns am nächsten Tag willkommen und mit dem Papierkram gab es auch keine Probleme. In der Marina gab es außer einem kleinen Shop nichts.  Der Hurrikan dürft hier einiges zerstört haben, den das ganze Gelände ist eine Baustelle. Natürlich haben wir uns die kleine Stadt Trinidad nochmals gegeben und fuhren mit dem Taxi vom nahe gelegenen Hotel – wo wir weder was trinken noch Geld tauschen konnten – um 7,- CUC dort hin (lt. Info des Hafenmeisters kostet eine Fahrt 8,- CUC). Der Taxifahrer  bot uns an in ein paar Stunden wieder abzuholen, was wir sehr gerne annahmen. Als wir vor dem Platz der Musica ankamen, spielte eine tolle Band mein Lieblingslied “Yolanda”. Das ist vielleicht eine Begrüßung! Wir sind gleich dageblieben und haben Mojito geschlürft. Dann war Schichtwechsel der Musiker was uns Gelegenheit gab, ein Lokal zu suchen, wo wir was zwischen die Zähne bekommen, weil uns der Hunger plagte. Etwas später saßen wir auf einer schönen Terrasse, wo auch eine wunderbare Band spielte, allerdings ohne Mikrofon und ganz fein. Ich kam in den Genuss noch einmal Yolanda zu hören und das war der Hammer. Jetzt bin ich um eine Kassette reicher, ha ha.

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